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Tischgemeinschaften für ältere Menschen

Fokus_20SURSEE – TAVOLATA ist ein vom Migros-Kulturprozent lanciertes Projekt, das selbst organisierte Tischgemeinschaften für ältere Menschen unterstützt. Am 21. Mai findet in Sursee eine Informationsveranstaltung statt, die Auskunft über das Projekt gibt und Interessierten Tipps zur Gründung und Durchführung von Tischgemeinschaften vermittelt.

(zvg) Gesucht sind aktive Personen, die kontaktfreudig sind, gerne Anlässe organisieren und selbst eine TAVOLATA starten möchten. Die Tischrunde findet idealerweise einmal pro Monat mit vier bis acht Personen statt. Meist wird die TAVOLATA abwechslungsweise bei jemandem zu Hause oder an einem öffentlichen Ort durchgeführt. Gemeinsames Kochen fördert eine vielseitige und abwechslungsreiche Ernährung. Doch genauso wichtig sind die Gespräche und der gegenseitige Austausch, welche beim gemeinsamen Essen zustande kommen.

Aufbau von lokalen Tischrunden
An der Informationsveranstaltung in Sursee erhalten Interessierte viele weitere Inputs und Tipps zur Gründung und Durchführung einer eigenen Tischgemeinschaft. Projektverantwortliche und verschiedene Gründungsmitglieder einer bereits bestehenden TAVOLATA führen in das Thema ein und unterstützen die Initiantinnen und Initianten beim Aufbau eigener lokaler Tischrunden und Netzwerke. Die Informationsveranstaltung findet statt am Mittwoch, 21. Mai 2014, von 14 Uhr bis 16 Uhr in der Klubschule Migros Sursee an der Bahnhofstrasse 30.

Anmeldung und Auskunft: unter www.tavolata.net Telefon 041 455 73 51

TAVOLATA – füreinander kochen, essen und geniessen
TAVOLATA ist eine vom Migros-Kulturprozent lancierte Initiative, die lokale Netzwerke fördert. Interessierte Personen organisieren eine Tischgemeinschaft in ihrem Dorf oder Quartier. Die TAVOLATA findet an einem öffentlichen oder privaten Ort statt. Idealerweise zwischen vier und acht Teilnehmende kochen nach Möglichkeit selbst und tauschen sich in der geselligen Runde über Erlebtes und Themen aus ihrem Alltag aus. Alle profitieren bei den regelmässigen Treffen von neuen Impulsen in ihrem persönlichen Lebensalltag. Seit 2010 sind so bereits über 70 TAVOLATA-Tischrunden für ältere Menschen in der Deutschschweiz und im Tessin entstanden.

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Wenn Flaggen zu reden geben

OLYMPUS DIGITAL CAMERA EMMEN – Nach dem Einwohnerrat ist vor dem Einwohnerrat. In Emmens Politik wird viel geredet. Die heisse Luft lässt Winde wehen und erzeugt mitunter auch Stürme im Wasserglas. Derweil sind die Nachbarn aus der Stadt Luzern um Windstille bemüht.

Am ersten Einwohnerrat dieses Jahres  gab es viel zu bereden. Besonders das Städtebauliche Leitbild zu Luzern Nord und die damit zusammen hängenden Umbauten am Seetalplatz bot einigen Diskussionsstoff. Es entstanden zeitintensive Gespräche zu Themen, die sich erst im Zeitmassstab von Jahrzehnten verfestigen. Zu einer der weitschweifigen Kontradiktionen bot Patrick Schmid die Einleitung. Der BVK-Präsident von der SVP-Fraktion erklärte, dass man sich in der Baukommission darüber geeinigt habe, dass der Seetalplatz dereinst ein Fahnenmeer erhalten solle.

Belustigende Randnotiz
Der Einwohnerrat war damit beschäftigt, ein über 150-Seiten dickes Dossier zum städtebaulichen Leitbild zu diskutieren und allenfalls zu ergänzen. Die Entscheidung, dass dann zumal Fahnenstangen am Seetalplatz angebracht werden sollten, war da eher eine Randnotiz. Dennoch gab sie zu reden. Nachdem Roland Ottiger von der SVP-Fraktion als einer von mehreren Einwohnerräten die Fahnen-Thematik erwähnte, fühlte sich Gemeinderat Josef Schmidli zu einer Intervention bewegt. Schmidli lief ans Rednerpult und verkündete, dass man bei der Gemeinde überlege, eine Euro-Flagge an der zukünftigen Fahnenstange am Seetalplatz zu hissen. Mit seiner Erwähnung versetzte er die SVP in ein kollektives Raunen und löste im restlichen Gersag-Saal ein heiteres Schmunzeln oder gar Lachen aus. Obwohl ihm bewusst war, dass er damit die Diskussionszeit überspannt, liess Roland Ottiger dem Kommentar des Gemeinderats eine Reaktion folgen: «Ich will klarstellen, dass der Entscheid der Baukommission sich auf regionale Fahnen bezieht.» Baudirektor Schmidli blieb trotzdem das letzte Wort, indem er konterte: «Es fragt sich, wo die Region anfängt und wo sie endet.» Später stellt Schmidli klar, dass seine Worte als Witz zu verstehen sind: «Die Aussagen waren nicht ernst gemeint. Ich wollte mit diesem Intermezzo erreichen, dass die Linken jubeln und die Rechten buhen. Es sollte klar werden, dass es unnötig ist, über ein Detail zu diskutieren, während es weitaus wichtigere Fragen zu klären gibt. Mit meinen Sprüchen wollte ich einen lustigen Schlusspunkt unter das Thema setzen.»

Fahnenstreit als ernste Angelgenheit
Einwohnerrat Ottiger und Gemeinderat Schmidli haben mit ihren ernst und weniger ernst gemeinten Stellungnahmen gezeigt, woher der Wind weht. Die Befürchtung, Schmidlis Aussagen könnten sich bewahrheiten, ist angesichts der Tatsache, dass in der Stadt Luzern eine EU-Fahne an prominenter Stelle weht, nicht unbegründet. Am Luzerner Stadthaus, zuoberst unter dem Büro des Stadtpräsidenten, weht bereits seit Jahren eine Europa-Flagge. Auch in Luzern gab es Widerstand dagegen. Der Vorstoss kam von der SVP. In einem Postulat forderte Urs Wollenmann im Jahr 2007, dass die EU-Fahne vom Stadthaus verschwindet.

Ein halbes Jahrhundert Europatag
Die Schweiz trat im Jahre 1963 dem Europarat bei. Mitte der 1980er Jahre forderte der Europarat die Europäische Union (EU) auf, ihr Emblem zu übernehmen. Die EU folgte der Aufforderung und trägt die Flagge seit 1986, damals noch unter dem Namen Europäische Gemeinschaft, offiziell zur Schau. Zu diesem Zeitpunkt wehte die Fahne bereits am Luzerner Stadthaus. In seinem Postulat erklärt Wollenmann: «Ende der 60er Jahre beantragte eine Jugendorganisation, die Flagge am 5. Mai (Europatag) zu hissen. Dieser 5. Mai ist bis heute nicht zu Ende gegangen. Seitdem hängt die Flagge dort, hat heute aber eine andere Bedeutung und auch keine innere Berechtigung mehr, dort zu hängen», und fügt hinzu: «Da das Luzerner Stadthaus bekanntlich keine europäische Einrichtung ist und die Schweiz auch nicht Mitglied der EU, ist es nun Zeit, (…) die Gebote der schweizerischen Heraldik einzuhalten.» Der Stadtrat stellte in seiner Antwort im Jahr darauf klar, dass man das Postulat ablehne. Bis heute weht die Euro-Fahne am Stadthaus – noch über der Schweizer Flagge und dem Luzerner Kantonswappen.

Schweizer Beteiligung am Kulturraum
Wollenmanns Postulat ist auch deshalb gescheitert, weil in seinem Vorstoss gefordert wird, dass Luzern, analog zur Stadt Zürich, ein Beflaggungsreglement einführen solle. Besonders
darauf konnte der Luzerner Stadtrat gut verzichten. Jedoch will sie die EU-Fahne auch behalten. Sie wird, wenn nötig, auch regelmässig gepflegt und ersetzt. Die Bedeutung der Flagge erklärt Thomas Scherer, Leiter Aussenbeziehungen und Projekte, folgendermassen: «Die Europaflagge am Stadthaus weht als Symbol für die Weltoffenheit Luzerns. Sie steht aus Sicht des Stadtrates einer Stadt und Region wie Luzern besonders gut an, weil sie eine der wichtigsten schweizerischen Tourismusdestinationen ist.» Dennoch steht die EU-Flagge nicht stellvertretend für die ganze Welt. Das weiss man auch bei der Stadt Luzern. Die EU-Flagge steht nicht einmal stellvertretend für den geographischen Kontinent Europa. Thomas Scherer: «Die Stadt Luzern versteht sich wie die gesamte Schweiz als Teil des Kulturraums Europa. Mit der Europaflagge am Stadthaus drückt der Stadtrat denn auch nicht eine politische Botschaft oder eine Stellungnahme zur Europäischen Union aus, sondern die allgemeine Zugehörigkeit zum Kulturraum Europa.».

Grenzen ausloten
Wie der Kulturraum Europa schliesslich definiert ist oder wo die Grenzen liegen, kann Thomas Scherer nicht beantworten: «Diesen Begriff zu definieren, bzw. wer dazu gehört oder nicht, ist nicht Sache der Stadt Luzern. Die Luzerner Offenheit grenzt gerade nicht ein und aus.» Nichtsdestotrotz stellt Scherer klar: «Der Kulturraum Europa und die politische Organisation EU sind nicht identisch.» Trotz dieser Ungleichheit scheint die Fahne dieselben Werte zu repräsentieren. Thomas Scherer: «Die Europaflagge (…) symbolisiert nicht nur die politische, sondern ebenso die kulturelle Zusammengehörigkeit.» Dazu zitiert die Stadt Luzern Peter Kox aus dem Herold Jahrbuch 2002: «Gegen den blauen Himmel der westlichen Welt stellen die Sterne die Völker Europas dar. Sie formen einen Kreis zum Zeichen der Einheit. Die Zahl der Sterne ist unveränderlich mit zwölf festgesetzt als Symbol der Vollkommenheit und der Vollständigkeit.» Gemäss der EU stehen die Sterne in ihrer Fahne zudem auch für Solidarität und Harmonie. Dass die Fahne zu disharmonischen Unstimmigkeiten führen kann, ist reale Ironie.

Elia Saeed

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Rainer Schüler im Musical-Fieber

Rothenburg_20RAIN – Übers Muttertagswochenende brach in Rain das Musicalfieber endgültig aus. Die 260 Kinder und das 44 köpfige Orchester vermochten rund tausend begeisterte Zuschauende in der Mehrzweckhalle Rain zu Beifallsstürmen hinzureissen.

«Ich habe meinen roten Schirm mit weissen Punkten in Luzern liegen lassen», verkündet ein Mädchen zu Beginn des Musicals. Die faszinierten Zuschauenden reisen mit dem Schirm von der Taverne mit Kriminaltangoatmosphäre in Luzern nach Frankreich zu den Marionetten der Kindergartenkinder, nach Spanien, von wo er mit den Seefahrern nach New York in die Tanzszene gerät. Von da reist er durch Zufall durch weitere neun Länder, bevor er in der Rainer Aufführung des Musicals mit Mary Poppins in der Mehrzweckhalle wieder ankommt. Bei der Aufführung imponierten die lebendige, während drei Minuten ruhig stehende Freiheitsstatue, die durch kleine und sachte Bewegungen faszinierenden tibetanischen Mönche in perfekter Choreographie oder die quirlig umherhüpfenden Kindergarten-Känguruhs.

Die nach den Möglichkeiten und Bedürfnissen des Orchesters ausgewählten Arrangements und die zwei Neukompositionen von Evi Güdel-Tanner versetzten das Publikum sofort in die richtige Landesatmosphäre. Beim immer schneller werdenden Sirtaki klatschten die Zuschauenden begeistert mit und beflügelten die beiden dritten Klassen in ihrer schwarz-weissen Kleidung mit rotem Bauchgurt, dass diese nur so über die Bühne wirbelten.

«Es kam nie Hektikt auf»
In langer Vorarbeit hatten vierzehn Schulklassen die ausgewählten Lieder geübt und die szenische Umsetzung in gegenseitiger Zusammenarbeit der Lehrpersonen zum Leckerbissen für die stolz im Publikum sitzenden Eltern, Grosseltern und Verwandten und Interessierten werden lassen. «Es kam nie Hektik auf unter der Lehrpersonen, alles hat geklappt, und die einzelnen Klassenproduktionen haben wie Puzzleteile wunderbar ineinandergegriffen», kommentiert Projektleiter Peter Helfenstein. Kindergartenpädagogin Colette Bucheli, welche zusammen mit Sarah Fuchs für die Geschichte und die Regie verantwortlich war, doppelt nach: «Es war eine richtig teambildendes Projekt.» Helfenstein hebt auch die ausgesprochen gute Zusammenarbeit mit der Musikschule hervor. Das 44 Mitglieder zählende Orchester setzt sich aus Musiklehrpersonen, deren Schülerinnen und Schülern sowie Mitgliedern der ortsansässigen Musikvereine zusammen. «Während vier Tagen in den Osterferien haben sich die freiwillig engagierten Mitglieder getroffen und die 17 Musikstücke konzentriert geübt», würdigt Musikschulleiter Michael Zeier-Rast die hervorragende Leistung.

Erstaunliche Leistungen
Grossvater Moritz Ruckli lobt in der Pause enthusiastisch: «Wir kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus». Und seine Schwiegertochter fügt bei: «Ja, das ist ein super Muttertagsgeschenk!» Anita Giger erzählt, dass ihre Tochter noch viele weitere Aufführungen spielen würde. Regula Stutz ist Mutter von drei Musical-Kindern. «Es ist so genial, dass alle unsere Kinder im selben Projekt mitmachen durften, das wird wohl nie mehr vorkommen.»

Sie spricht aus, was viele Eltern wohl bestätigen: «Während der langen Vorbereitungszeit haben unsere Kinder immer wieder Details erwähnt und die Lieder gesungen, dass wir Eltern so richtig gluschtig auf die Aufführungen wurden.» Und dann sprach sie ein grosses Lob und den Dank an alle Mitwirkenden auf und hinter der Bühne aus.

Somit wurde am letzten Wochenende ein Kapitel Musical- und Schulgeschichte geschrieben, das wohl in den Herzen der Teilnehmenden und deren Eltern nachhaltig weiterleben wird. Und die Lehrpersonen und Orchesterleute werden den grossen Aufwand, aber vor allem auch die leuchtenden Kinderaugen nicht so schnell vergessen.

Margrit Leisibach Hausheer

Veröffentlicht unter 03 Rothenburg-Rain | Kommentare deaktiviert

Berufswahl: Alles zu seiner Zeit

Littau_20LITTAU – Der Weg von der obligatorischen Schulzeit in die Lehre ist vergleichbar mit einer langen Reise. Der Berufswahlfahrplan hilft den Jugendlichen, das Reiseziel nicht aus den Augen zu verlieren.

(ds) Von der Schulbank in die Berufswelt: Für viele Jugendliche ist das eine grosse Herausforderung. Umso mehr als sie in diesem Alter einen rasanten Entwicklungsprozess durchlaufen. Um eine sorgfältige Berufswahl zu gewährleisten und damit einen allfälligen Lehrabbruch zu verhindern, arbeitet man im Kanton Luzern mit einem Berufswahlfahrplan, der die Jugendlichen durch die Sekundarschule begleitet. Er hat zum Ziel, die Aktivitäten aller am Berufswahlprozess beteiligten Parteien besser aufeinander abzustimmen.

Der Berufswahlfahrplan besteht aus klar begrenzten Phasen, die in den persönlichen Reifeprozess eingebettet sind. Damit dieser nicht gestört wird, ist es wichtig, dass die eigentliche Lehrstellensuche nicht bereits in der 2. Sekundarklasse beginnt. Neben dem zeitlichen Ablauf regelt der Berufswahlfahrplan Aufgaben und Verantwortlichkeiten von allen beteiligten Partnern. Viele Aktivitäten finden innerhalb der Klasse statt, andere gehen die Jugendlichen allein oder mit ihren Eltern an.

Berufswahlpass als Begleiter
Im 7. Schuljahr werden die Jugendlichen über den Ablauf des Berufswahlfahrplans informiert und mit ihren Rollen vertraut gemacht. Während dem ganzen Jahr setzen sie sich mit ihrer Persönlichkeit auseinander und nehmen einen ersten Einblick in die Ausbildungs- und Berufswelt. Ausserdem bekommen sie ihren Berufswahlpass, wo sie alle ihre Berufswahlaktivitäten schriftlich festhalten. Im 8. Schuljahr besuchen die Lernenden verschiedene Informationsveranstaltungen, darunter auch die Zentralschweizer Bildungsmesse zebi, und nutzen die gesammelten Informationen und Erfahrungen, um bezüglich Lehrberuf einen Vorentscheid zu treffen. In der Schule lernen die Jugendlichen, sich richtig zu bewerben und sich in der Schnupperlehre vorteilhaft zu präsentieren. Sie haben auch die Gelegenheit, sich mit Jugendlichen in Ausbildung zu unterhalten, wo sie in ihrer «Sprache» erfahren, was sie in der Berufswelt erwartet.

Wie die Stationen einer Reise
Im 9. Schuljahr schliesslich bewerben sich die Jugendlichen auf offene Lehrstellen. Da erfahrungsgemäss ein Grossteil nicht auf Anhieb eine Lehrstelle im bevorzugten Beruf bekommt, ist es wichtig, Alternativen zum Wunschberuf zu entwickeln.

Zusammengefasst kann man sagen: Die Berufswahl ist wie eine Reise in eine neue Welt. Bei jeder Station können die Jugendlichen wichtige Informationen und Eindrücke gewinnen, die ihnen – ähnlich den Teilen eines Puzzles – ein immer klareres Bild ihrer ersten Berufswahl verschaffen.

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Vielfältige Klänge zum Muttertag

OLYMPUS DIGITAL CAMERAMALTERS – Der Musikkreis Malters lud am Muttertag zum Frühlingskonzert in die St.-Jost-Kirche in Blatten ein. Andrea Loetscher und Ernesto Mayhuire zeigten vor ausverkauftem Haus, wie vielfältig die Klangmöglichkeiten von Querflöte und Gitarre sind.

(pz) Vom Barock bis zu Gegenwart – von Vivaldi bis Heinz Holliger – reichte die musikgeschichtliche Spannweite, die im Muttertagskonzert des Musikkreises zur Aufführung kam. Die aus Basel stammende Flötistin Andrea Loetscher lernte Ernesto Mayhuire, den aus Lima stammenden Gitarristen, beim «Kampf» um einen Übungsraum an der Musikhochschule in Basel kennen. Weil beide zur gleichen Zeit noch einen Duett-Partner suchten, spannten sie zusammen. Das ist nun schon ein paar Jahre her, und sie sind noch immer gemeinsam unterwegs, auf Konzerttourneen in der ganzen Welt.

Den Auftakt machte das Vogelgezwitscher des Buchfinks in Vivaldis «Il Cardellino». Danach arbeitete sich das Duo in der Musikgeschichte bis zur Gegenwart vor. Das Stück «(E)cri(t)» für Flöte solo von Heinz Holliger wurde 2006 komponiert. Dieser «Schrei» auf der Flöte zeigte gleichsam die ganze Spanne der Klangsprache, die eine Solistin wie Andrea Loetscher der Flöte entlocken kann. Sowohl was den Tonumfang, die Dynamik und die Spieltechnik betrifft.

In Willy Burkhards «Serenade op. 71» fand das Konzert einen seiner Höhepunkte. Im dreisätzigen Werk aus dem Jahr 1944 musizierten Gitarre und Flöte ebenso virtuos wie grazil und begegneten sich als gleichwertige Partner. Die gemässigt moderne Tonsprache Burkhards vermochte anzusprechen und gefiel dem zahlreichen und interessierten Publikum.

Bachfuge für Gitarre
Als Übergang spielte Ernesto Mayhuire – unter dem Motto «Bach passt immer» – die C-Dur-Fuge BWV 998 von Johann Sebastian Bach. Für die Übertragung der originalen Lauten-Version auf die Gitarre, war der Interpret selber zuständig.

Im zweiten Teil erklangen südamerikanische Klänge. In «Chorros y Sambas» von Celso Machado kam eine Fusion aus europäischem Tanz und afrikanischen Sklaven-Rhythmen zum Klingen, dabei waren aber auch Harmonien und weitere Anspielungen aus Südamerika nicht überhörbar. Astor Piazolla komponierte 1986 die vierteilige «Histoire du Tango». Daraus spielten Loetscher und Mayhuire die Sätze «Bordell 1900» und «Nigthclub 1960». Auch diese Musik gefiel dem Publikum sehr gut und ohne Zugabe konnten Flötistin und Gitarrist nicht abtreten.

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FCE: Jeder Sieg ist der wichtigste

Sport_20EMMEN – Mit einem 2:0, dank Toren von Dusko Ostojic und Manuel Jelmini sicherte sich nach hartem Ringen Emmenbrücke die drei möglichen Punkte. Damit wurde der mögliche Anschluss zu den anderen Abstiegsgefährdeten erfolgreich.

Der bisher sieglose Gegner aus dem Tessin zeigte auf dem Gersag vor dem Minusrekord an zahlenden Zuschauer, warum es noch zu keinem «Dreier» gereicht hat. Nicht eine einzige Torchance wurde herausgespielt. Auf der anderen Seite Trainer Adriano Mazza: «Ich musste die Mannschaft erneut umstellen, und wieder konnten wir nicht mit einer sogenannten Stammformation spielen.» In der Tat: Vergleicht man die Rückrundenspiele der beiden Gegner, hat Ruswil in neun Spielen lediglich 5 Punkte (ein Sieg und zwei Remis) ins Trockene gebracht. Emmenbrücke dagegen steht mit vier Siegen, zwei Remis und 14 Punkten zu Buche. Auf keinen Fall verlieren, heisst die Devise.

Der FCE versuchte am vergangenen Samstag gegen Biasca von Beginn an, eine frühe Entscheidung zu erreichen. Chancen waren vorhanden, doch die Effizienz fehlte. Spenzer Lima scheiterte in der 16. Minute, doch wurde er in der 18. Minute im Strafraum zu Fall gebracht, und den fälligen Elfmeter verwertete Dusko Ostojic zur verdienten Führung.

Der FCE kam mit neuem Elan aus der Kabine. Es war Manuel Jelmini der für die Entscheidung sorgte. Mit einem Solo durch die Reihen der Tessiner schoss er  das 2:0 (49.). Zu guter Letzt hatte Kevin Spenzer Lima Pech, als sein Kopfball von der Latte in die Füsse von Goalie Donetti landete und von dort zurück ins Spielfeld.

Verbesserungen sind möglich
Insgesamt fehlte den Einheimischen aber die klare Linie. Die jungen Spieler versuchten viel auf eigene Faust, statt die Kollegen mit in die Aktion einzubeziehen. Nimmt man aber das 2:0 als Gradmesser, zeigt sich, dass auch einmal eine Eigeninitiative zum Erfolg führen kann. Im Mittelfeld führte Dusko Ostojic Regie, und Käpten Magnum Paulino dirigierte die Verteidigung in Abwesenheit von Michi Wymann – wurde in Ascona verletzt – erfolgreich. Trotzdem waren die lautstarken «Anweisungen» aus den eigenen Reihen nicht zu überhören. Es war ja auch keine Stimmung im Gersag. Die paar Fans, die ihr Team anfeuern, sind immer dieselben. Hoffentlich auch nächste Saison in derselben Liga.

André Vollmar

FC Emmenbrücke – GC Biaschesi 2:0 (1:0). – Gersag: 100 Zuschauer. – SR: von Mandach. – Tore: 18. D. Ostojic (Foulpenalty) 1:0, 48. Jelmini 2:0. – FC Emmenbrücke: Barmettler: Kokanovic (62. Gomez), Hadzic, Paulino, Vasco Ostojic; Bauza Adrover (62. Lapcevic), Komani, Dusko Ostojic, Jelmini (76. Nuozzo); Spencer Lima, Balazoski. – GC Biaschesi: Donetti: Malesevic, Cfarku, Direttore, Loiero; Congo, Dorsa, Testa (61. Dragulovic), Pisciotta; Shalaj (75. Zubcic), Liloia. – Bemerkungen: 67. Komani (FCE), 18. Malesevic 92. 30. Liloia (beide Biasca verwarnt Pfostenkopfball Spencer Lima. Sehr guter Schiedsrichterleistung.

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Einsichten und Aussichten

Whisky ist ein Querulant. Oder eher ein Schlitzohr. Kürzlich lümmelte er im Garten herum. Gute Gelegenheit, dachte ich, ihn für einen Spaziergang zu überzeugen. Er aber durchschaute meinen Plan und versteckte sich sofort unter einem Tisch. Ich war chancenlos. Das war nicht das erste Mal. Whisky hatte schon in jungen Jahren die Einsicht, dass Spaziergänge – seiner Meinung nach – langweilig und öd seien. Nur: Ich bin da nicht gleicher Meinung. Und meistens zieht der Vierbeiner dann den Kürzeren.

Whisky erinnert mich an einen Politiker. Der allerdings brauchte Jahrzehnte für seine Einsicht: Ratsarbeit ist langweilig und öd. Er verzichtete auf viele Abstimmungen, weil er sich – vielleicht – nicht auf das Geschäft vorbereitet hatte. Jetzt hat er mit Getöse den Rat, dem er viele Jahre angehörte, verlassen.

Das wiederum sei ja eigentlich gut, meinte ein Zeitungsschreiber. Man müsse in seinem Alter die Zeit anders einteilen, müsse das Leben ruhiger und gezielter angehen, meinte er.

Aber – korrigierte er sich selber – zum Glück verschwindet dieser Mann nicht von der politischen Bildfläche. Zum Glück engagiert er sich weiter, macht weiter von sich reden. Er wird mehr als früher mit Hellebarden kämpfen wie die alten Eidgenossen gegen die Österreicher. Beim neuen Sempach und bei Morgarten. Und bei Grandson gegen Karl den Kühnen. Darum gehe es jetzt, meint der Politiker. Um den Gartenhag rund um das kleine Land, damit es sauber bleibt. Und die «alten Eidgenossen» hat er bereits um sich geschart.

Die Journalisten aber werden auch künftig ihre Seiten füllen können. So «stinken» wird’s ihnen kaum. Denn diese Boschaft kommt immer noch an. Bei vielen.

Was aber würden wir tun, wenn die politischen Seiten unserer Zeitung leeres Papier blieben? Vielleicht würden wir dann auf dieses Papier unsere eigenen Gedanken schreiben. Mag sein, dass Zeitungspapier plötzlich
wieder zum Einfasspapier der Schul-bücher würde. Und: was würden wir tun, wenn Politiker im höheren Alter auf die Idee kämen, «die schönen Dinge in diesem endlichen Leben zu hegen und zu pflegen und zu geniessen» (Zitat). Und Zeitungsschreiber einen guten «Kunden» verlieren täten?

Peter Gross

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10 Jahre Stimmen Festival

Gustav Photo Shoot 2,  31.07.2013ETTISWIL – Vom 22. bis 25. Mai feiert das Stimmen Festival Ettiswil mit einem hochkarätigen Programm sein 10-Jahr-Jubiläum. Der Schwerpunkt liegt wie immer bei Vokal-Künstlern.

(zvg) Anlässlich des Jubiläums hat der Verein Stimmen Festival einen Kompositionsauftrag an den Bündner Komponisten Peter Appenzeller vergeben – sein «Fest der Stimmen» wird am Donnerstag, 22. Mai, vom Chor molto cantabile gemeinsam mit dem Frauenquartett famm unter der Leitung von Andreas Felber uraufgeführt. Ein exklusiver Konzertabend mit aussergewöhnlichen Stimmen.

Sängerin, Songwriterin und Multiinstrumentalistin Veronika Stalder und ihre Band vereinen verträumte und lebhafte Klänge aus den Genres World, Folk und Singer-Songwriter. Sie treten am Freitag, 23. Mai, auf. Der Fribourger Gustav wird als Einmann-Orchester am späteren Freitagabend für Furore sorgen. Er spielt und singt sich durch Folksongs in Französisch, Sensler- und Hochdeutsch.

Der Liedermacher Christian Schenker performt am Samstagnachmittag, 24. Mai, Lieder für Kinder und solche, die es werden wollen. Alte Lieder in neuen Kleidern präsentieren die Sängerinnen von famm. Sie hauchen Schweizer Liedgut neues Leben ein. Den Konzertabend beschliessen Cerfeda. Das Luzerner Quartett hat sich ganz der süditalienischen Volksmusik verschrieben und schlägt eine musikalische Brücke zwischen Apulien und der Zentralschweiz.

Am Sonntagmorgen, 25. Mai, wird das Autorenkollektiv Bern ist überall auf Schloss Wyher Alltags-Geschichten, skurrile Kurzepen und witzige Lyrik zu den Klängen von Akkordeon, Bass oder Perkussion erzählen. Danach wird die Wyher-Bühne frei für die Schauspielerin und Liedermacherin Andrea Eckert, die Kabinettstücke jüdischer Dichter und Komponisten wie Randy Newman, Georg Kreisler oder Thomas Brasch darbietet.

Mit einer erneuten Aufführung des «Fest der Stimmen» von molto cantabile und famm wird das zehnte Stimmen Festival zu Ende gehen. (zvg)

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Von samtweich bis kraftvoll

Agenda_unglauBlech_20WOLHUSEN – Die acht Blechbläser der Formation «UnglauBlech» spielen auf einer Frühlingstournee durch die Schweiz ihr zweites Bühnenprogramm «Irrsinn 2.0».

(zvg) Der Name ist dabei Programm: Wenn Louis Armstrong, Christina Aguilera und Queen am gleichen Abend durch die Blechmühle gedreht werden, bleibt kein Trommelfell unerschüttert. Zudem ist alles irgendwie vorläufig, da man nie weiss, was passiert, wenn «UnglauBlech » die Bühne betritt.

Die jungen Posaunisten Florentin Setz aus Schüpfheim und Christian Plaschy, wohnhaft in Neuenkirch, tragen dazu bei, dass «UnglauBlech» tönt wie «UnglauBlech»: samtweich bis kraftvoll strahlend. Die beiden Musikstudenten der Hochschule Luzern stellen bei der Blechformation ihre instrumentale Virtuosität unter Beweis. Drei Trompeten, drei Posaunen, Tuba und Drumset sorgen für ein vielfältiges Hörerlebnis querbeet durch alle Stile, ohne Hemmungen und Tabus. Hauptsache, «UnglauBlech» kann die eigene Begeisterung auf das Publikum übertragen und ihm einen unvergesslichen Abend schenken. Dies geschieht ausschliesslich mit eigenen Arrangements und Kompositionen sowie durch unkonventionelle Einfälle der Band-Mitglieder. «UnglauBlech» gastiert mit «Irrsinn 2.0 (vorläufiger Arbeitstitel)» am Donnerstag, 22. Mai, um 19.30 Uhr im Rössli in Wolhusen (Eintritt frei, Kollekte).

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Der Tod vor dem Leben – Buchhalter der letzten Dinge

Kino_20Der vielfach ausgezeichnete anglo-italienische Produzent Uberto Pasolini («The Full Monty») erweist sich in seiner erst zweiten Regiearbeit (nach «Machan») auch als feinfühliger Filmemacher. Auf sympathisch spartanische Art und Weise geht er in der Charakterstudie «Still Life» die grossen Themen Leben und Tod an.

Gäbe es einen Preis für das beste Casting, dann dürfte man die Besetzung von Eddie Marsan als Hauptdarsteller in «Still Life» zum engeren Favoritenkreis zählen. Marsan ist ein altbekanntes Gesicht im britischen und amerikanischen Kino; in Martin Scorseses «Gangs of New York» wirkte er mit, in Alejandro González Iñárritus «21 Grams», für Mike Leigh agierte er in «Vera Drake» und «Happy-Go-Lucky»; auch in Blockbustern wie «V for Vendetta», «Hancock», «War Horse», «Snow White and the Huntsman» und Guy Ritchies Steampunk-«Sherlock Holmes»-Filmen war er zu sehen. Doch berühmt ist er trotz dieser stattlichen Karriere nicht – zu klein sind seine Auftritte, zu gedrungen seine Statur, zu unauffällig sein Äusseres, um sich für die Rolle der zentralen Figur zu empfehlen. Wie etwa ein Harry Dean Stanton fristet er ein Nischendasein als Nebendarsteller; urplötzlich taucht er in der Peripherie einer Einstellung auf; seine Momente im Rampenlicht zeugen von grossem schauspielerischem Können, sind aber dazu verdammt, eine Fussnote in der Ganzheit eines Films zu bleiben.

Am Rand der Gesellschaft
Und nun findet sich Marsan in einer Hauptrolle wieder, wie einst Stanton in Wim Wenders’ «Paris, Texas» (1984). Anstatt durch die texanische Wüste bewegt er sich durch die Reihenhaus-Meilen der Home Counties, reist nordwärts in die Industriezonen von Yorkshire, nach Südwesten zu den Küstennestern von Cornwall. Als Beamter John May kümmert er sich in «Still Life» um die Angelegenheiten von Verstorbenen, für die sich keine Hinterbliebenen finden lassen. Er durchforstet den Nachlass, schreibt personalisierte Trauerreden – man fühlt sich an die leidenschaftlichen Briefe erinnert, die Joaquin Phoenix in «Her» für andere Menschen verfasst –, organisiert Beerdigungen.

Wie Marsan am Rand der Szene, so ist John am Rand der Gesellschaft zu finden. Immer wieder lässt Uberto Pasolini ihn eiligen Schrittes durch das Bild huschen oder platziert ihn so weit entfernt von der Mitte der Einstellung, dass er beinahe im Off steht. Als der Gemeinderat beschliesst, Johns Stelle einzusparen, sieht er sich unverhofft mit seinem letzten Fall konfrontiert: In der schmuddeligen Wohnung seines ihm gänzlich unbekannten Nachbarn findet er Hinweise auf dessen entfremdete Familie, darunter dessen Tochter («Downton Abbey»-Darstellerin Joanne Froggatt), die er ausfindig zu machen versucht.

Anklänge an Leigh und Kaurismäki
Wie es der Titel vermuten lässt, geht es Pasolinis Film weniger um Plot als um das Schaffen von Atmosphäre, die Übersetzung von Johns Lebenssituation in subtil poetisch angehauchte Bilder, viele von ihnen genuine Stillleben. Mit der unaufdringlichen Menschlichkeit von Mike Leigh und der minimalistischen Melancholie von Aki Kaurismäki – dafür ohne Leighs optimistische Wärme und Kaurismäkis lakonisch-ironische Brechung – beleuchtet «Still Life» die Beziehung zwischen Leben und Tod. (Eine soziokulturelle Analyse könnte in diesem exotiklosen Roadmovie, in dem John kreuz und quer durch England tingelt, um die Verwandten seiner toten Klienten zu finden, einen Kommentar auf ein halbes Jahrhundert der geografisch mobilen Arbeiterklasse ausmachen.) Beerdigungen, Blumen und Elogen werden wiederholt als Rituale identifiziert, von denen ein Verstorbener nichts hat; derweil John in den Fotos seiner «Fälle» seine wahren Seelenverwandten erkennt. Hätte Pasolini auf die letzten fünf Minuten seines ebenso subtilen wie graziösen Films verzichtet, wo er diesem ein eklatant unsubtiles, dramaturgisch unnötiges Ende aufpfropft, wäre dem Cineasten ein echtes filmisches Kleinod gelungen. So bleibt «Still Life» aber «nur» das Meisterwerk des Eddie Marsan.

Alan Mattli

«Still Life» läuft im stattkino.

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Wendepunkt in der Elektromobilität

ElectroScooter_VRoneSCHWEIZ – Der urbane Verkehr steht vor einem wegweisenden Wandel. Im Zuge dessen greift die vonRoll infratec Gruppe nach der Schweizer Marktführung in der Elektromobilität. Mit einem E-Roller ruft die eigens gegründete vRbikes.ch ag zur «Scooter-Revolution» auf.

Die Zukunftsforschung sieht den motorisierten Individualverkehr vor einem elementarem Wandel. Die Bedeutung der Elektromobilität steige exponentiell an, während in fünf bis zehn Jahren der Erdöl-Verbrennungsmotor aussterben werde. Die Entwicklung sei mit dem Wandel in der Fotografie oder dem Mobilfunk zu vergleichen. Die vonRoll infratec möchte auf den immer schneller fahrenden Zug des Mobilitäts-Wandels aufspringen und lanciert die neuste Generation ihres Elektro-Rollers, den «vRone». Damit soll der Nahverkehr mit einem modernen E-Bike bereichert und die Marktposition in der E-Mobilität gestärkt werden.

Wie beim Popcorn
Die wirtschaftlichen Wahrsager der Zukunftsforschung sprechen im Zusammenhang mit der E-Mobilität vom «Tipping Point» – dem kritischen Punkt – der mittlerweile erreicht sei. Als Vergleich dient das Herstellen von Popcorn. Man stelle sich eine Pfanne mit Öl und Maiskörnen vor, die erhitzt wird. Bis ein gewisser Hitzegrad erreicht ist, passiert erst einmal gar nichts. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem das erste Maiskorn aufplatzt. Kurze Zeit später platzt das nächste und noch kürzere Zeit später platzen alle mehr oder weniger gleichzeitig auf. Der Punkt, an dem das erste Maiskorn zum Popcorn wird, ist der «Tipping Point». In Bezug auf die E-Mobilität ist das der Punkt, an dem die Elektrofahrzeuge günstiger und besser werden als die herkömmlichen Benziner. In der Autoindustrie wurde dieser Wendepunkt mit der Limousine der «Tesla»-Reihe erreicht. Das Elektro-Auto des Unternehmers Elon Musk übertreffe die wichtigsten Leistungs-Daten seiner Erdöl-angetriebenen Mitbewerber. Mit immer günstiger werdenden Batterien und Stromquellen enteilt das Tesla-Unternehmen seiner Konkurrenz mit grossen Schritten. Auch vRbikes.ch möchte der Konkurrenz einen Schritt voraus sein und mit dem vRone den urbanen Nahverkehr der Zukunft entscheidend mitprägen.

Läuft auch ohne Öl wie geschmiert
In den Ohren von Motorad-Liebhabern ist das Dröhnen der aufheulenden Motoren Musik. Diese «melodische» Begleiterscheinung fehlt bei Elektro-Töffs gänzlich. Andreas Galliker, Leiter Verkauf Fahrzeuge bei vRbikes und selbst passionierter Töff-Fahrer, bevorzugt dennoch das E-Bike. Diese seien einfacher und bequemer zu fahren als «normale» Töffs. Die von Verbrennungsmotoren angetriebenen Zweiräder sind zudem schmutziger, lauter und komplizierter zu handhaben. Zur Handhabung der E-Bikes sagt Galliker: «Wer eine elektrische Zahnbürste in Gang setzen kann, kann auch E-Roller in Gang setzen.» Darüber hinaus ist der Energieverbrauch bei E-Bikes deutlich günstiger. Im günstigsten Fall kommt man auf unter einen Franken pro 100 Kilometer. Zudem läuft die Beschleunigung beim E-Bike – der neueste vRone bewegt sich in der 125er-Klasse – auch ganz ohne Öl wie geschmiert. Rund 90 Prozent der von der Lithiumbatterie erzeugten Energie kann in rollende Räder umgewandelt werden. Beim Verbrennungsmotor sind es lediglich 20 bis 30 Prozent. Anhand der genannten Beispiele wird bereits ersichtlich, wieso die vonRoll infratec Gruppe grosse Hoffnungen in den E-Mobilitäts-Markt setzt.

Praktikable Lösung für urbanen Raum
Die Tochter der vonRoll infratec (holding) ag, die im August 2010 gegründete vRbikes.ch ag, führt mit dem vRone, dem vRcross und dem vRkids insgesamt drei Modelle in ihrem E-Bike-Sortiment. Der Roller hat dabei die Rolle der wirtschaftlichen Triebfeder. Er ist auf 100 Stundenkilometer zugelassen, damit man problemlos mit dem Verkehr mitfahren kann und schneller ist als der Schwerverkehr. Somit ist er sowohl für den Fern- wie auch den Nahverkehr attraktiv. Bei vRbikes.ch ag, wo die gesamte Entwicklung der E-Bikes stattfindet, nimmt man jedoch vor allem den Pendler-Verkehr ins Visier. Seit bald drei Jahren wird der E-Roller in einem breiten Verkaufsnetz in der Deutschschweiz angeboten, unter anderem auch in Littau, Emmenbrücke und Ebikon. Beim neuesten Modell wurde die Standfestigkeit weiter erhöht. Während der vRcross eher ein Sport- und Trainings-Gerät für die Freizeit ist, soll der vRone seine Alltagstauglichkeit im urbanen Verkehr unter Beweis stellen. Andreas Galliker: «Sicher ist, dass die E-Mobilität nicht alles von heute auf morgen ersetzen kann. Sie soll dort eingesetzt werden, wo es praktikabel und sinnvoll ist. Das ist im Pendler- und Nahverkehr.»

Tankstellen im Wandel
Zur Zeit gibt es mehr Tankstellen als öffentliche Steckdosen. Da Pendlerströme jedoch meist zwischen privaten Orten fliessen, sieht man bei vRbikes durchaus genügend Infrastruktur. Der vRone benötigt zum Laden eine handelsübliche 220-Volt-Steckdose. Nach dreieinhalb Stunden Ladezeit ist der Akku bei 80 Prozent, nach viereinhalb Stunden ist er voll und hat eine Reichweite von rund 60 bis 70 Kilometer. Für längere Strecken erfordert das eine gezieltere Reise-Planung.

Doch auch für dieses potenzielle Manko steht bereits eine Lösung bereit. Mit dem «vR-ELECTRANT» bietet die vonRoll infratec Gruppe das elektrische Gegenstück zu BP, Schell und Co. Als «die Schweizer Stromtankstelle» bietet
vRbikes.ch ag Ladestationen in einer Wand- und einer Standversion an. Die Stromtankstelle ist als Säule konzipiert, die wahlweise auf beiden Seiten gleichzeitig genutzt werden kann. Zudem schützt eine Klappe den ELECTRANT vor Wetter- und Vandalismus-Schäden. Das Hirn dieser Konstruktion liegt in Emmenbrücke, wo das vonRoll infratec Werk für die Forschung, Entwicklung und die Technik zuständig ist.

Ökologische Aspekte im Fokus
Es bleibt die Frage, ob es für eine erfolgreiche Etablierung der Elektro-Mobilität zuerst die Tankstellen oder die Fahrzeuge braucht. Für Andreas Galliker ist klar, dass die Wichtigkeit der Reiseplanung in Zukunft zunehmen wird. Ganz unabhängig davon, ob es nun flächendeckend Ladestationen gibt oder nicht. Zudem betont Galliker, dass der ökologische Gedanke an Bedeutung zunimmt: «Es dauert nicht lange, bis eine Generation heranwächst, die gegen die Energie-Verschwendung ist.»

Doch auch der Strom für die Elektro­fahrzeuge kommt nicht von irgendwoher. Wie will man bei vonRoll bewerkstelligen, dass der genutzte Strom umweltfreundlich, also zumindest atom- und kohlefrei erzeugt wird? Galliker: «Der Stromnutzer kann heute weitgehend selber bestimmen, welche Art von Strom er haben will. Klar, im Moment diskutieren die unterschiedlichsten Intressensgruppen, ob es ohne Atomstrom geht oder nicht. Ich habe da auch keine 0815-Antwort bereit. Die Forschung und Innovation im Bereich der Strom-Gewinnung kann Möglichkeiten bieten. Die Technik der alternativen Stromgewinnung  macht stetig Fortschritte. Es ist letztendlich im Moment eine Gewissensfrage. Die Zukunft wird zeigen, wie es weitergeht.»

Die vonRoll infratec Holding verfolgt mit der Lancierung der vRbikes keine politischen Ziele, sondern wirtschaftliche. Letztendlich will man die Marktführerin in Sachen E-Mobilität werden. Deshalb sollen nicht nur Individual-Verkehrsteilnehmer angesprochen werden, sondern auch grosse Firmen. So will man beispielsweise eine Alternative zu den dreirädrigen Kyburz der Post bieten. Auch andere Lieferfirmen, die auf stadttaugliche Mobilität angewiesen sind, sollen zu den Kunden zählen. Bereits in einem Jahrzehnt wird sich zeigen, ob die geschäftliche Diversifikation der vonRoll infratec Früchte getragen hat. Mit dem neuesten vRone ist der Samen gesät. Oder im Jargon der Trendforschung: Das erste Popcorn ist aufgeplatzt.

Elia Saeed

http://www.vrbikes.ch/produkte/

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