LUZERN – Ein Littauer, den man bisher nur am Rande kannte, will sich nun dir Krone als Stadtpräsident holen. Noch sind sie Würfel nicht gefallen, aber es ist zu erwarten, dass die Würfel fallen werden. Mitte Juni wird sich alles entscheiden.
Stefan Roth holte sich die Krone. Mit einem guten Stimmenanteil markierte er Position und liess seine Mitkonkurrenten im Regen stehen. Er holte sich 10‘019 Stimmen, dicht gefolgt vor Martin Merki, für den 9‘912 Stimmen in der Urne lagen. Mit 9’799 Stimmen hatte auch Ursula Stämmer gut abgeschnitten, ebenfalls Adrain Borgula, der 9‘664 Stimmen auf sich bereinigte. Damit sind alle vier gewählt. Trotzdem kommt es zu einem zweiten Wahlgang. Der fünfte Sitz muss noch besetzt werden. Eine stille Wahl scheint nach den Parteiversammlungen nicht mehr möglich. Die SVP will mir Rolf Hermetschweiler nochmals antreten, obwohl hier Aussichtslosigkeit vermutet werden darf. Aber die SVP wollte es so. Die FDP hingegen stellt sich geschlossen hinter Manuela Jost, Kandidatin der Grünliberalen. Auch Beat Züsli (SP) tritt nochmals an. Daher ist klar, auch die Stimmberechtigten müssen nochmals antraben.
Wer wird die Stadt regieren?
Offen ist ferner die Frage, wer künftig Primus inter pares wird. Stefan Roth machte mit 8‘624 Stimmen das beste Resultat, gefolgt von Ursula Stämmer, die 3‘981 auf sich vereinigen konnte. Hier zeigte sich offenbar, dass der Littauer grosse Sympathien hat und auf grosse Resonanz stösst. Anzumerken wäre, dass ein ehemaliger Littauer Gemeindeammann, der bisher gute Politik gemacht hat, durchaus Chancen hat, im zweiten Wahlgang die Krone zu erobern. In der Warteschlange stehen aber noch andere. Manuela Jost hätte gute Chancen, ihr Handicap ist allerdings ihr Alter und die mangelnde Erfahrung. Rolf Hermetschweiler wurde bereits abgestraft, obwohl er es nochmals versuchen will. Glaubwürdig ist hingegen Beat Züsli. Ihm zur Seite stehen allerdings weitere glaubwürdige Kandidaten.
Das Karussell dreht sich
Züsli oder Jost, das ist hier die Frage. Aber es gibt noch zwei andere. Markus Mächler hat seit Jahren weine hervorragende Politik gemacht und er weiss, wie der Karren läuft. Gerne erinnert man sich an die Voten, mit denen er im Grossen Stadtrat brillierte. Gerne erinnert man sich auch an Daniel Burri. Der Sohn des ehemaligen Betriebschefs der VBL kann auf eine hervorragende Kariere zurückblicken. Er ist integer und glaubwürdig – aber er ist Jurist. Darüber wird er stolpern. Was ihn allerdings nicht gross betreffen wird, denn ein leitender Staatsanwalt ist besser honoriert als ein Stadtrat. Daher kann man Daniel Burri als Nebenschauplatz abbuchen. Die Frage bleibt. Jost, Züsli oder vielleicht Mächler. Alle sind wählbar. Gewählt wird aber vom Souverän. Dies am 17. Juni. Dann ist der Stadtrat komplett.
Die Ausgangslage
An der Parteiversammlung der FDP der Stadt Luzern stand der 2. Wahlgang für den Stadtrat im Vordergrund. «Uns geht es in erster Linie darum, zu einer bürgerlich-liberalen Stadtregierung beizutragen», betonte Parteipräsident Daniel Wettstein. Nach angeregten Diskussionen einigten sich die Mitglieder darauf, Manuela Jost, die Kandidatin der Grünliberalen, zu unterstützen. Fürs Stadtpräsidium steht die FDP nach wie vor voll und ganz hinter Stefan Roth, der im ersten Wahlgang mit dem besten Resultat im fünfköpfigen Gremium bestätigt worden war und auch im Rennen um die Nachfolge von Urs W. Studer weit mehr als doppelt so viele Stimmen erzielt hatte wie die nächstplatzierte Ursula Stämmer. Bürgerlich will auch die SVP sein, die bei den letzten Wahlen allerdings Federn lassen musste. Hermetschweiler tritt nochmals an. Auch Beat Züsli will es nochmals wissen. EWr hat gute Chanden, denn hinter ihm steht sie geschlossene SP.
Peter A. Meier