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Tourismus Forum Luzern breitet sich aus

Region – Anlässlich der kürzlich stattgefundenen GV des Tourismus Forums Luzern (TFL) wurde als neue Organisation «Join the Club Lake Lucerne» vorgestellt. Vorstandsmitglied Josef Odermatt sagte dieser Zeitung auf Anfrage, dass in der Zentralschweiz der Tourismus möglichst gemeinsam über die Marke Luzern vermarktet werde.

«Luzern Tourismus hat insgesamt fünf Leistungsvereinbarungen mit den kantonalen Tourismusorganisationen Luzern, Schwyz, Obwalden, Nidwalden und Uri. Entsprechend binden wir auch bedeutende finanzielle Mittel, die wir für gemeinsames Marketing ausgeben,» präzisierte Josef Odermatt.
Zum einen würden die touristischen Leistungsträger und die öffentliche Hand bezahlen, gab uns Odermatt zu verstehen, und zum andern private Personen und Organisationen. Weil der Tourismus ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die gesamte Zentralschweiz sei, würden möglichst viele Leute für den neuen Tourismus-Club sensibilisiert. Odermatt wies darauf hin, dass die neue Organisation sich vor allem auf Persönlichkeiten fokussiere, die von der übrigen Schweiz oder vom Ausland ins Gebiet gezogen sind, hier in der Zentralschweiz arbeiten und auch hier Anschluss und Kontakt suchten zu «Gleichgesinnten» Personen und Organisationen.

500 000 Franken jährlich vom TFL
«Es funktioniere also so wie bei Tourismus Luzern?», lautete unsere Frage. «Genau!», bestätigte Odermatt. «1992 feierte der Verkehrsverein Luzern sein hundertjähriges Bestehen. Bei diesem feierlichen Anlass wurde das Tourismus Forum Luzern (TFL) aus der Taufe gehoben von unserem Ehrenpräsidenten Walter Schmid, dem damaligen Präsidenten Alfred N. Becker sowie dem damaligen Verkehrsdirektor Kurt H. Illi. Diesen Initianten ist es gelungen, das TFL zu einer echten Grösse im touristischen und gesellschaftlichen Leben von Luzern zu machen, und Jahr für Jahr Mittel bereit zu stellen für das Tourismus-Marketing. In den vergangenen Jahren waren es jeweils 500 000 Franken jährlich, welche die über 200 TFL-Mitglieder für den Tourismus zur Verfügung gestellt haben.»
Es sind dies grosse und kleine Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe, denen bewusst ist, dass Tourismus nicht nur für die Hotels, Restaurants, Bahnen und weitere «direkttouristische» Betriebe wichtig ist, sondern indirekt auch für den Elektroinstallateur, den Schreiner, den Baumeister, den Maler, den Versicherungsvertreter, den Bauern und für viele weitere Gewerbetreibende vor Ort.

Interessante Begegnungen
Grundsätzlich werden die neuen Freunde und Sympathisanten mithelfen, dass die attraktive Region Luzern-Vierwaldstättersee noch stärker zusammenwachse und sich national und international wirkungsvoll in Szene zu setzen vermöge, bemerkte unser Gesprächspartner. «Der Club Lake Lucerne ist Teil des Tourimus Forums Luzern und demzufolge eine Partnerorganisation des TFL 2000 sowie des TFL 30. Es gehe um interessante Begegnungen mit interessanten Leuten und um einen Gedankenaustausch auf Augenhöhe. Mit dem Club Lake Lucerne organisieren und schenken wir etwas, was man (fast) nicht kaufen kann. Wir bieten Geselligkeit auf gutem Niveau, Anlässe mit und ohne Partner, wir organisieren Get-Together und Networking mit Stil, und dies fünf- bis sechsmal pro Jahr.

Originelle Anlässe
Über das aktuelle Jahresprogramm erfuhren wir, dass die Mitlieder von «Join the Club Lake Lucerne» dreimal zusammen sind am Meeting des TFL 2000 sowie am Tourismustag Zentralschweiz. Und zwei- bis dreimal gebe es besondere Happenings mit originellen Programmpunkten. Beispielsweise der Besuch des «Moutitaler Alpchääsmärt» mit fachkundiger Führung, eine Filmpremiere im Filmtheater des Verkehrshauses Luzern, eine Einladung ins Kloster Einsiedeln mit Orgelkonzert und Bibliotheksbesuch, Freiwilligenarbeit bei einem Urner Älpler, Tierparkbesuch mit Nachtrundgang, Weinlese in einem Innerschweizer Rebberg, Besuch des Rigi-Schwingfestes inklusive Gespräch mit einem Kampfrichter oder einem Mitglied des Einteilungsgremiums.

Roger Manzardo

Neue Präsidentin für Spitex Emmen

EMMEN – Neue Schritte in die Zukunft: Cornelia Nellen löst Markus Zenklusen an der Spitze des Verein Spitex Emmen ab. Thomas Rohrer und Judith Mühlebach ziehen neu in den Vorstand ein. Ende Mai erfolgt der Umzug der Spitex an die Gerliswilstrasse ins «Burgerhaus».

(rowi) Die 84. Generalversammlung des 1929 gegründeten Verein Spitex Emmen stand ganz im Zeichen der Veränderungen. Nachdem sich letztes Jahr die Mehrheit der Mitglieder für die Beibehaltung der Eigenständigkeit und somit gegen Fusionsverhandlungen mit der Spitex Luzern entschieden hat, wurden die Weichen neu gestellt. Markus Zenklusen in seinem letzten Bericht anlässlich der Generalversammlung im «Gersag»: «Mit Anne Geisert haben wir eine neue Geschäftsleiterin aus den eigenen Reihen und mit der Rekrutierung von zwei neuen Teamleiterinnen – Elisabeth Bitzi und Franziska Müller – setzten wir erste positive Signale für die Zukunft». Kam dazu, dass sich der Vorstand entschloss, den Standort Oberhofstrasse in der Herdschwand aufzugeben und neue Lokalitäten an der Gerliswilstrasse 69 zu beziehen. Ende Mai wird gezügelt. Am 7. September ist ein Tag der offenen Türen geplant.

Qualität der Pflege steigern
Seit zwei Jahren steht die Spitex Emmen im Wettbewerb mit privaten Anbietern. Es war das erklärte Ziel des Vorstandes, mit einem effizienten Kostenmanagement die Spitex für die neuen Herausforderungen vorzubereiten. Für Geschäftsleiterin Anne Geisert ist die Qualität der Pflege das grösste Anliegen. «Um auch in Zukunft konkurrenzfähig zu bleiben, optimieren wir unsere Abläufe ständig, Qualität der Pflege sowie die Kundenzufriedenheit kommen an erster Stelle». Spitex Emmen beschäftigt 54 Personen, dies in 34 Vollzeitstellen.
Die Spitex Emmen mit ihren 1820 Mitgliedern hat letztes Jahr einen guten Abschluss vorzuweisen: Bei einem Aufwand von 3,220 Millionen Franken resultierte ein Gewinn von 156 000 Franken. Damit können finanzielle Reserven für die Zukunft aufgebaut werden. Die statutarischen Geschäfte wurden allesamt gutgeheissen. Der Mitgliederbeitrag wird bei 25 Franken belassen.
Im Vorstand ergaben sich diese Veränderungen: Markus Zenklusen gibt das Präsidium nach fünf Jahren an Cornelia Nellen weiter. Armin Felber tritt nach sechs Jahren zurück. Thomas Rohrer und Judith Mühlebach werden neu in den Vorstand gewählt, Kurt Camenzind wird bestätigt. Sozialdirektor Thomas Lehmann ist von Amtes wegen mit dabei.
Einwohnerratspräsident Reto Bieri und Thomas Lehmann würdigten in ihren Grussbotschaften die immensen Leistungen der Spitex und wünschten dem Team um Anne Geisert bei der Umsetzung der neuen Ziele mit den vielen Veränderungen eine glückliche Hand.

116 neue Miet- und Eigentumswohnungen im «Feldheim»

ROTHENBURG – Neun Mehrfamilien-häuser mit 116 Wohnungen – Fortimo Invest plant neben der Sportanlage Chärnsmatt auf der Parzelle Feldheim eine Riesenüberbauung. Investiert werden 36,7 Millionen Franken. 

Auf der 30 515 m2 grossen Parzelle 465 Feldheim – sie ist im Besitz der Personalfürsorge Stiftung Boa AG – weist das Baugespann auf eine Grossüberbauung hin. Das Baugesuch dazu liegt bis zum 27. Mai beim Bauamt Rothenburg zur Einsichtnahme auf.
Geplant sind in der Bauzone W-S vorerst neun Mehrfamilienhäuser und elf Nebengebäude, eine unterirdische Einstellhalle mit 158 Parkplätzen, Velo- und Containerunterstände, 39 offene Parkplätze und für Spielplätze ist eine Fläche von knapp 3500 m2 vorgesehen. Geplant sind auch neue Verkehrs- und Erschliessungsanlagen. Die somit überbaute Grundstückfläche beträgt 29 000 m2. Verwirklicht werden soll das siegreiche Projekt «tweed» der CAS Architekten, das aus dem Investorenwettbewerb des Landbesitzers PFS Boa hervorgegangen ist. Bauherrschaft sind die Fortimo Invest St. Gallen und die Personalfürsorgestiftung Boa Rothenburg.

Es wird etappiert gebaut
In die erste Etappe der Gesamtüberbauung – im Endausbau sind weitere Häuser mit 62 Wohnungen vorgesehen – werden 35,1 Millionen Franken an reinen Baukosten sowie 1,6 Millionen Franken für die Umgebungsarbeiten investiert. In der «Feldheim» entstehen 14 2½-, 41 3½-, 52 4½- und 9 5½- Zimmer-Wohnungen. Letztere sind als Attikawohnungen im Angebot. Es gibt Miet- und Eigentumswohnungen. Der Baustart für diese erste Etappe ist per Herbst/ Winter 2013 vorgesehen, die Wohnungen könnten per Ende 2015 bezogen werden.

Rolf Willimann

Urbane Schichtungen

Reussbühl – Der Luzerner Künstler Phil Wagner (*1976) arbeitet mit Schichten und Strukturen, sei dies mit Holz, Glas oder Papier. In seinen früheren Arbeiten entwickeln sich die gemalten Schichten auf der Leinwand zum dreidimensionalen Raum.

(zvg) Ab ca. 2000 werden seine Werke plastischer. Collageartig oder hinter leicht opakem Satinato Glas sind Stadtsichten und Stadtschichten aufeinander gefügt und eröffnen den Blick in die Tiefe, manchmal verschwommen, manchmal konkreter. Im Zentrum der Ausstellung «Urbane Schichtungen» zeigt Wagner eine Arbeit die sich im Prozess befindet. Unterschiedliche kleinformatige farbige Holzstücke sind akribisch auf Platten aufgestellt. Die unzähligen Holzteile ergeben eine bunte Stadt-Landschaft, die an fotografische Luftbilder einer Milionen­stadt erinnern, wo die einzelnen Häuser in der Masse untergehen. Die Tiefenwirkung von Wagners Arbeiten ist nicht nur von plastischer Natur. Die Tiefe dringt in ein aktuelles Thema ein und bietet Einsichten und Erkenntnisse in verschiedenen Strukturen. Wer gestaltet eine Stadt? Wer verwaltet sie? Wie können urbane Strukturen erkannt werden und wie sehen diese überhaupt aus? Sollen diese Strukturen durchmischt werden? Wo sind die Grenzen einer Verdichtung? Ist eine Identitätsbildung mit Verdichtung möglich? Wo begegnen sich das Individuum und die Gesellschaft in einer verdichteten Stadt? Wie kann eine soziale und identitätstiftende Partizipation einer Stadtentwicklung aussehen? Diesen Fragen werden am Mittwochabend mit geladenen Gästen nachgegangen.

Fachleute reden mit
Es beteiligen sich davon betroffene Fachleute aus verschiedenen Disziplinen: Martin Ineichen (www.inPLUS.ch), Thomas Stadelmann (www.stadtfragen.ch), Alexandra Mantia (www.plattform-gsr.ch), Christoph Hehli (www.emh-anwaelte.ch), Harry van der Meijs (www.hvdm.ch, www.industriestrasse.ch), sowie ein Stadtplaner und ein Politiker. An der Finissage wird Toni Nesler mit einer musikalischen Performance die Premiere der Videoarbeit «Megacity» von Phil Wagner begleiten.

Ausstellung im Zollhaus: Vernissage: Urbane Entwicklung. Perspektive Sozialraum. Gespräch mit Experten unter Einbezug des Publikums: Finissage mit Premiere der Videoarbeit «Megacity» dazu akustische Improvisationen von Toni Nesler:

Öffnungszeigen: Ausstellungsort: 17. – 24. Mai

Fr 17. Mai, 19 Uhr Mi 22. Mai, 19 Uhr Fr 24. Mai, 19 Uhr; Sa, So, Mo, Di 16-20 Uhr, Do 18-22 Uhr; ZOLLHAUS Hauptstrasse 62/64 6015 Luzern
www.zollhaus.ch.

Spektakuläre Feuerwehrübung

WERTHENSTEIN – Am ersten Freitag im Mai hatte die Feuerwehr Malters-Schachen einen komplexen Einsatz zu bewältigen: einen Brand bei der Lustenberger AG Autorecycling, zu dem die Feuerwehr mittels automatischem Brandalarm gerufen wurde.

(zvg) Die eintreffenden Offiziere stellten jedoch schnell fest, dass es vor dem Areal ein zweites Ereignis zu bewältigen gab. Ein Autofahrer, welcher sich durch den starken Rauch ablenken liess, verursachte einen Frontalcrash zweier Autos. Echt davon war nichts – der Einsatz trotzdem wichtig, handelte es sich doch um die diesjährige Hauptübung. Als die Mannschaft beim Einsatzort eintrifft, bietet sich ihr ein entsetzlicher Anblick: Zwei Autos sind frontal ineinander geprallt, aus der Motorhaube des einen brennt es lichterloh, das andere ist vollkommen eingedrückt.

In beiden Autos sind verletzte Menschen eingeschlossen, im einen gar ein Baby. Wie sich schnell zeigt, ist einige Dutzend Meter entfernt die Ursache für den automatischen Brandalarm zu suchen. In einem Lagergebäude der Lustenberger AG herrscht dichter Rauch. Wo sich der Brandherd befindet, ist zunächst unklar, ebenso, wie viele eingeschlossene und verletzte Personen es im Gebäude zu retten gilt.

Zusammenarbeit mit Partnern
Diese komplexe Übungsanlage zeigt einmal mehr: Die Verantwortlichen der Feuerwehr Malters-Schachen scheuen keinen Aufwand, wenn es darum geht, ein möglichst der Realität entsprechendes Szenario zu kreieren. Dieses ist zwar spektakulär und nicht alltäglich, aber eine willkommene Gelegenheit, um die Schnittstellen zwischen den einzelnen Abteilungen der Feuerwehr sowie der Partnerorganisationen zu trainieren.

Umfangreiche Planung
Wie umfangreich die Planung der Hauptübung tatsächlich gewesen sein muss, zeigt sich nach einigen Minuten: Es bahnen sich nicht nur zwei Ambulanzfahrzeuge den Weg zum Einsatzort, sondern auch die Strassenrettung der Feuerwehr Wolhusen. Deren Mission ist ebenfalls spektakulär: Das eine Unfallauto muss mit schwerem Werkzeug komplett aufgeschnitten werden, um die eingeschlossene Person zu befreien.

Schadenplatzorganisation ist elementar
Das gemeinsame Üben bietet allen Beteiligten viele Vorteile. Nur so kennt man sich im Ernstfall bereits und weiss, was für die Arbeit des anderen Teams wichtig ist. Im aktuellen Fall betonte Daniel Stettler, Einsatzleiter des Rettungsdienstes Luzerner Kantonsspital, die Wichtigkeit der Zusammenarbeit mit der Sanitätsabteilung der Feuerwehr. Wenn die Ambulanz eintrifft, muss klar sein, wo sich das Verwundetennest befindet, damit die Sanitätsteams und allenfalls auch die Rega – die in diesem Ernstfall ebenfalls aufgeboten worden wäre – unverzüglich die Arbeit aufnehmen können. Stettler lobte denn auch die Sanitätsabteilung der Feuerwehr für die professionelle Arbeit.
So lautete auch das Fazit der Besprechung von Mannschaft und der Offiziere. Der Übungsleiter Oblt Josef Lötscher  stellte allen Beteiligten ein sehr gutes Zeugnis aus. Er wies nochmals darauf hin, dass bei umfangreichen Einsätzen einer grosszügigen Schadenplatzorganisation hohe Bedeutung beigemessen werden muss.

Verkehrsteilnehmer: Mehr Toleranz!
Die schwierige Aufgabe wurde also von der ganzen Wehr, darunter zehn neue Mitglieder, mit Bravour gelöst. Marcel Lotter, Gemeindeammann von Malters betonte: «Gute Führungsarbeit muss immer die Motivation der Mannschaft zum Ziel haben – diese Übungsanlage förderte dies natürlich enorm.»

Es bleibt ein einziger Wermutstropfen. Als Folge der von der Verkehrsabteilung eingerichteten Strassensperrung ergaben sich kurzzeitige Wartezeiten, wofür nicht alle Verständnis aufbrachten: Vereinzelt haben sich Verkehrsteilnehmer respektlos und absolut unangebracht verhalten. Dass wir alle einmal in eine Situation geraten können, bei der wir uns auf den Einsatz einer gut ausgebildeten Feuerwehr verlassen müssen, wurde dabei nicht bedacht. «Solche Übungen bilden die Grundlage, um im Ernstfall für eine solche Situation bereit zu sein», erwähnte Kommandant Hptm Martin Limacher. Er bedauerte, dass dem freiwilligen Einsatz seiner Mannschaft nicht von allen die nötige Anerkennung entgegengebracht wurde.
Zu Beginn der Hauptübung wurden zudem Silvan Burri und Daniel Schmid zu Gruppenführern befördert.

FC Malters sichert sich im Abstiegskampf wenigstens einen Punkt

MALTERS – Der FC Malters sicherte sich in einer intensiven Partie, dank dem Ausgleichstor von Alain Grüter, mindesten einen Punkt in diesem Abstiegskampf. Es hätten aber auch drei oder gar keiner sein können. 

Infolge starkem Regen in den Vortagen wurde dieses Spiel auf den Kunstrasenplatz verlegt, da der Hauptplatz nicht gemäht werden konnte. Nun an sich eine vernünftige Sache. Dass der Kunstrasenplatz auch seine Tücken hat, sah man beim Führungstor der Schattdorfer. Ein Freistoss für die Urner sorgte für deren Führung. Aus grosser Distanz flog der Ball über die gesamte «Versammlung» von Spielern im Strafraum, prallte auf den Boden vor Stadelmann und über ihn ins Tor. Kurios, aber dies war ganz einfach dem Boden zuzuschreiben, denn der Ball neigte über das ganze Spiel dazu, vom Boden stark aufzuspringen und konnte so denjenigen, der ihn übernehmen wollte, bei der Ballannahme irritieren.

«Wir sind schliesslich mit dem einen Punkt zufrieden, denn wir hätten ohne die Glanzleistung von unserem Goalie in der Nachspielzeit auch verlieren können», meinte Malters-Trainer Franz Gaisberger. Sein Gegenüber Mario Trovatelli, ein erfahrener Spieler, haderte nicht mit dem Schicksal, über die zwei Chancen in der Nachspielzeit, welche Dominik Stadelmann verhinderte. Aber Malters hatte schon in der 36. Minute Glück, als sich die beiden Innenverteidiger der Urner gegenseitig in die Quere kamen. Der schlaue Grüter angelte sich den Ball und liess dem Gegner keine Chance auf ein Tor. Nun wechselten die Tormöglichkeiten hüben wie drüben, doch die beiden Torhüter waren auf der Höhe ihrer Aufgabe. Die grösste und klarste hatte Bachmann nach einer Flanke von Mario Albisser, als er mit dem Kopfball scheiterte. Es hätte die Führung sein müssen.

André Vollmar

FC Malters – FC Schattdorf 1:1 (1:1).
– Oberei: 150 Zuschauer.
– SR: Habermacher.
– Tore: 26. Imholz 0:1, 36. Grüter 1:1.
– FC Malters: Stadelmann; von Ah, Wirz, Fleischmann, B. Furrer, Gasser, M. Albisser (88. Stübi), Grüter, S. Furrer, Birri (79. A. Albisser), Bühler (68. Bachmann).

– FC Schattdorf: Trovatelli; Imholz, Gisler, Bomatter, Schelbert, Mahrow (90. Sureta), Öztürk, K. Gamma, Duzhmani, S. Gamma (70. Loretz), Rexhaj (79. Wipfli). – Bemerkungen: 45. gelbe Karte Grüter (Foul).

Wenn’s formal rechtens ist

Es ist noch nicht lange her, da mockierte sich der Appenzeller Kabaretist Simon Enzler über die formale und ethische Richtigkeit von Kraftausdrücken. Politiker unterschiedlicher Herkunft und andere gesellschaftliche Grössen hätten da gelegentlich ins Fettnäpfchen getreten, meinte er. Und was formal zwar richtig, könne ethisch noch lange nicht immer billig sein. Die einen könnten da bei den andern sogar noch etwas lernen, war er mit einem Blick auf den Luzerner Jungpolitiker überzeugt.
Die Musikgesellschaft Reussbühl lädt demnächst zu ihrem Jahreskonzert ein. Und zwar ins Zentrum Sankt Michael in Luzern. Das ist zwar formal bestimmt korrekt. Man wird den «Michel» aber erfolglos im Wesemlin oder im Tribschenquartier suchen. Er steht noch immer in Littau und macht auch politisch von sich reden. Ja, und dann müsste die Musikgesellschaft Reussbühl ja auch Musikgesellschaft Luzern heissen. Wäre formal korrekt, denn die Reussbühler Musikanten wären dann echt auch eine Stadtmusik. Auch wenn sie kaum mehr in Reussbühl wohnen. Aber das wiederum gäbe Ärger. Und das Veto der ersten Stadtmusik wäre vorprogrammiert.
Nun, ein Gnusch mit Ortsnamen gabs schon immer. Da spielte mir kürzlich ein Kollege einen Text aus dem Jahre 1905 zu, den der damalige Reussbühler Pfarrer publizierte. «Es ist beim Publikum vielfach die Gepflogenheit aufgekommen, die beiden Ortsnamen (Reussbühl und Emmenbrücke) miteinander zu verwechseln und die eine Bezeichnung für die andere zu gebrauchen.» Das müsse geklärt werden, meinte der Pfarrer und definierte die beiden Gebiete deutsch und deutlich. Und er schloss seinen Text mit der Frage: «Warum scheut man sich denn, den alten, historischen und jetzt offiziellen Namen Reussbühl konsequent anzuwenden?» Recht hatte er. Nur: Wir müssten das heute also mit Luzern-Reussbühl oder Luzern-Littau übersetzen. Und der «Michel» wäre wieder dort, wo er schon immer gestanden hat: In Luzern-Littau.

Peter Gross

Luzern künftig mit zwei Bahnhöfen?

REGION – Ende letzten Monats präsentierte der Verein «Bahndreieck Luzern Nord» eine machbare Alternative zum derzeit forcierten Tiefbahnhof. Die REGION wollte mehr über diese Idee erfahren und sprach mit dem Architekten des Projekts, Martin Simmen.

(esa) Das Projekt «Tiefbahnhof Transit» verspricht eine massive Entschärfung der momentanen Verkehrssituation in und um die Stadt Luzern. Mit neuen Spurführungen und einem Durchgangsbahnhof in der Kantonshauptstadt soll nicht nur die Innerschweiz, sondern die ganze Nation vom Prestigeprojekt profitieren. Doch das mit über 2 Milliarden Franken budgetierte Vorhaben scheint nicht nur Befürworter zu finden. Es gibt auch Stimmen aus der Region, die ein komplettes Umdenken fordern und dazu auch realisierbare Alternativen bieten.

Schon immer kritische Stimmen
Bereits vor rund vier Jahren, als der Tiefbahnhof grosse politische Unterstützung von allen Seiten erfuhr, gab es kritische Stimmen gegen das Prestigeprojekt. Das Architektenpaar Simmen schlug eine Variante vor, die den heutigen Bahnhof Luzern kaum tangierte, dafür aber einen neuen Bahnhof bei Emmenbrücke vorsah. Mit diesem «Bahnhof Luzern Nord» sollte, so die Idee, eine direkte Verbindung von Basel über Sursee und Emmenbrücke nach Zürich möglich sein, ohne den Weg über Luzern gehen zu müssen. Diese Idee wurde vom Verein «Bahndreieck Luzern Nord», in dem auch die Simmen-Architekten Mitglied sind, weiter gesponnen und Ende April interessierten Leuten vorgestellt.

Alternative präsentiert
Am 23. April präsentierte der Verein Bahndreieck Luzern Nord mit namhaften Persönlichkeiten um das Architektenpaar Simmen und den Rechtsanwalt Viktor Rüegg im Restaurant Regatta am Rotsee das gleichnamige Projekt. Grundpfeiler der Idee des Bahndreiecks sind: Der Ausbau der Rotseestrecke auf eine Doppelspur, eine neue Bahn- und Busstation Luzern Nord südlich von Emmen, eine Schlaufe Emmenbrücke–Rotsee über die Reuss und der Ausbau der Strecke Flumühle–Bahnhof Luzern auf drei Spuren. Mit diesen Aspekten, welche insgesamt mit rund 700 Mio. Franken deutlich günstiger sind als das Tiefbahnhof-Transit-Projekt, soll der internationale Zugverkehr und nationale Transitverkehr verbessert werden. Dazu soll, wie beim Durchgangs-Tiefbahnhof, das S-Bahn-Netz der Region gestärkt und der Verkehr beim Bahnhof Luzern City entlastet werden. Welches Projekt schliesslich realisiert wird, steht noch in den Sternen.

Die Region sprach mit Architekt Martin Simmen über das Alternativ-Projekt Bahndreieck Luzern Nord.

Die Stimmbürger der Stadt Luzern haben damals an der Urne dem Planungskredit für den Tiefbahnhof Luzern zugestimmt. Was bewegt Sie dazu, einen Alternativ-Vorschlag zu präsentieren?
Gemäss «Dekret über einen Sonderkredit für die Vorfinanzierung des Vorprojektes für einen Tiefbahnhof Luzern», welches vom Volk am 29. November 2009 angenommen wurde, war unter Ziffer 2 zu lesen, dass der Regierungsrat damit beauftragt wird, die Prüfung von Alternativprojekten in die Projektphase miteinzubeziehen. Der Stimmbürger hat also nicht ausschliesslich für das Vorprojekt Tiefbahnhof gestimmt. Der Stimmbürger hat auch nicht Stellung für den Tiefbahnhof bezogen, sondern für ein Vorprojekt, welches nähere Auskunft über die Machbarkeit und über die Kosten gibt. Er durfte erwarten, dass ein Vorprojekt auch Kostenangaben über die bekannten Alternativprojekte, wie das von mir eingebrachte, liefern werde.

Damals wie heute bewegt mich die naheliegende Befürchtung, dass der Tiefbahnhof nie gebaut werden wird, für eine vernünftigere und kostengünstigere Alternative einzutreten.

Obwohl viel teurer wird der Tiefbahnhof von vielen politischen und wirtschaftlichen Vertretern favorisiert. Haben Sie Ihre Idee vom Bahndreieck Luzern Nord zu wenig bekannt gemacht?
Es ist gewiss sinnvoll, für ein Verkehrsprojekt, bei dem man auf fremde Finanzhilfe angewiesen ist, Einigkeit zu demonstrieren. Regierungsrat Max Pfister ist es seinerzeit gelungen, alle Parteien auf den offensichtlich von den SBB favorisierten Tiefbahnhof einzuschwören. Bewusst oder unwissentlich übersah man dabei jedoch das verheerende Kosten-Nutzen-Verhältnis. Auch nahm man die von den Planern verdrängten, unvorteilhaften Nebenwirkungen beim Tiefbahnhof nicht wahr. Man rechnet mit einem Wachstum der Bahnreisenden um 60 Prozent. Wie soll das der heute schon überlastete Luzerner Bahnhofplatz verkraften?

Ich habe seinerzeit sämtliche mir zugänglichen Luzerner Politiker und Medien auf mein Alternativprojekt «Bahnhof Luzern Nord» aufmerksam gemacht. Statt darauf einzutreten, hat man es als Störfaktor abgeschrieben. Ein fairer, fachgerechter Vergleich mit dem Projekt Tiefbahnhof hat nie stattgefunden.

Beim Tiefbahnhof wird mit Kosten von weit über 2 Milliarden Franken gerechnet. Wieso ist die Variante mit dem Bahnhof Luzern Nord so viel günstiger? Kann es nicht nachträglich zu viel höheren Baukosten kommen?
Offensichtlich hat die Einsicht gesiegt, dass der Tiefbahnhof als Sackbahnhof von zu geringem Nutzen ist, um ihn weiter zu verfolgen. Der nunmehr propagierte Durchgangstiefbahnhof wird offiziell auf 2,1 Milliarden Franken geschätzt. Neue Kostenangaben werden Anfang Juli bekannt gegeben werden. Nach den Erfahrungen bei andern Grossprojekten wird kaum jemand an zukünftigen Kostenüberschreitungen zweifeln. Das kann durchaus auch bei unseren Kostenangaben für das «Bahndreieck Luzern Nord» zutreffen. Wir haben uns dabei auf unüberprüfbare offiziöse Kostenprognosen und zum Teil auf eigene Schätzungen gestützt. Unumstösslich ist aber die Tatsache, dass unser Projekt nur einen Bruchteil des Durchgangs-Tiefbahnhofs kosten würde. Es muss wohl einleuchten, dass eine identische Bahnstation auf freiem Feld billiger zu haben ist als in einer überdimensionierten unterirdischen Betonkiste in schlechtest denkbarem Baugrund. Ebenso logisch ist, dass bedeutend weniger Tunnelbauten auch bedeutend weniger kosten.

Die Realisierung des Tiefbahnhofs hätte grosse Eingriffe in die Natur zur Folge. Auch die Variante mit dem Bahnhof Luzern Nord umfasst Bohrungen. Wo wären die ökologischen Eingriffe bei der Alternativ-Variante am grössten?
Die grossen ökologischen Nachteile, wie sie beim Tiefbahnhof anfallen würden, entfallen bei unserem Projekt allesamt: Wo zum Beispiel deponiert man eine Million Kubikmeter grösstenteils minderwertiges Erdmaterial? Unser Projekt beinhaltet lediglich zwei kurze Tunnels von insgesamt 1,5 km Länge.

 Haben Sie von Seiten des Bundes oder des Verkehrsverbundes Luzern irgendwelche positiven Signale für Ihr Projekt erhalten?
Dem geneigten Beobachter wird es nicht entgehen, dass seitens des Bundes gegenüber dem Projekt Tiefbahnhof keine wohlwollenden Signale ausgesendet werden. Unser Projekt geht indessen in die Richtung, die vom Bund erwartet wird. Dem Bundesbeschluss FABI vom Januar 2012 ist zu entnehmen, dass 600 Millionen Franken für einen Ausbau Rotsee–Luzern in 1. Dringlichkeitsstufe vorgesehen sind. Die Alternative Tiefbahnhof (1,6 Milliarden Franken) findet man erst in der zweiten Dringlichkeitsstufe, also am St.-Nimmerleinstag.

Wie schätzen Sie die Chancen ein, dass Ihr Projekt verwirklicht wird?
Unser Projekt wird nur verwirklicht, wenn man zur Einsicht kommt, dass es nie einen Tiefbahnhof geben wird. Andernfalls wird in Luzern in Sachen Eisenbahn nichts bewegt werden. Wir hoffen auf Druck aus der Bevölkerung und auf den Mut von Politikern, einzugestehen, dass man aufs falsche Ross gesetzt hat.

Es kann wieder gewandert werden

EMMEN – Stacheldraht statt Sanierung – das war einmal. Zwei Jahre nachdem der Wanderweg Rotbachtobel bei einem Unwetter beschädigt und nach Streitereien mit einem Liegenschaftsbesitzer nicht saniert werden konnte, ist die Lösung da: Der Weg führt ab Mitte Juli nur noch durch Emmer Hoheitsgebiet.

Im Juli 2011 wurde der Wanderweg vom Riffigweiher hinunter zur Rothenburger Brücke bei einem Unwetter kurz vor dem Übergang über den Rotbach bei der Liegenschaft Stampfi beschädigt und daraufhin gesperrt. Im besagten Gebiet führte er über das Grundstück der Familie Denier, die den Weg mit Stacheldraht versperrte und gegen die generelle Linienführung auf ihrem Grundstück opponierte. Deren Klage wurde vom Bezirksgericht Hochdorf geschützt: Es wurde ein Betretungsverbot erlassen und damit waren der Gemeinde Emmen die Hände gebunden; die Sanierung war blockiert.

Nur noch auf Emmer Seite
Am 17. Oktober 2012 reichte Einwohnerrätin Rita Amrein namens der CVP-Fraktion eine Interpellation ein und schlug darin die Verlegung des Wanderweges vor. Das hat nun mit zum heutigen Ergebnis geführt. «Wir sind glücklich, dass endlich eine gute Lösung gefunden wurde, der Wanderer hat seinen Weg wieder», freute sie sich bei Projektvorstellung. «Der Rotbachtobel-Wanderweg kann ab Mitte Juli wieder durchgängig begangen werden, er wird im Bereich Stampfi saniert und das bislang umstrittene Teilstück wird von der Rothenburger auf die Emmer Seite verlegt», sagte Emmens Baudirektor Josef Schmidli bei der Begehung am Dienstag. Das neue Teilstück ist rund 300 Meter lang. Darauf haben sich die beteiligten Parteien geeinigt. «Die neue Linienführung ist für Spaziergänger wie für Wanderer sehr attraktiv, jetzt führt der Weg konsequent entlang des Rotbaches», sagte Schmidli weiter. Und meidet die Liegenschaft der Familie Denier.

Auch Rothenburg befürwortet die neue Lösung und beteiligt sich angemessen an den Gesamtkosten von knapp 195 000 Franken. Davon sind 70 000 Franken alleine für das abgerutschte Teilstück budgetiert. Das Projekt muss jetzt noch das ordentliche Baubewilligungsverfahren durchlaufen. «Dem sollte aber nichts im Wege stehen», sagte Schmidli weiter.

CKW Conex Stiften bauen mit
Der Wanderweg wird nun durch den Werkdienst Emmen mit Unterstützung von Lehrlingen der CKW Conex saniert und ausgebaut.
In der ersten Sommerferienwoche organisiert Conex traditionsgemäss eine Lagerwoche für ihre Lernenden im zweiten Lehrjahr.
Die Jugendlichen sanieren öffentliche Anlagen und leisten so einen Einsatz für die Allgemeinheit. Die Stiften führen ihr diesjähriges Lehrlingslager ab 8. Juli in Emmen durch und wohnen während einer Woche im «Hübeli».

Rolf Willimann

Die BGR blickt mit Zuversicht auf die nächsten 50 Jahre

ROTHENBURG – 50 Jahre jung und gut im Schuss: Die Baugenossenschaft Rothenburg (BGR) begeht ihr Jubiläum in gutem Umfeld. «Mit Zuversicht packen wir die Zukunft an», sagte BGR-Präsident Bruno Brun beim Festanlass im «Schweizerhof».

«Nein, das Hotel Schweizerhof in Luzern haben wir nicht in unserem Portefeuille», ulkte Brun. Man habe den Geburtstag einfach einmal in etwas anderem, festlichem Rahmen feiern wollen. «Das halbe Jahrhundert BGR ist uns für einmal die Dislokation hierhin wert». 87 Genossenschafter und zahlreiche Gäste – darunter Vertreter des Gemeinderates, ehemalige Präsidenten und Vorstandsmitglieder – liessen sich beim Jubiläumsanlass und der 49. Generalversammlung gute Kost in allen Bereichen vorsetzen. Dass die BGR gut gerüstet für weitere Aufgaben im gemeinnützigen Wohnbau ist und wie seit der Gründung 1963 am genossenschaftlichen Wirken festhält, kam immer wieder zum Ausdruck. «Wir sind bestrebt, Wohnraum für alle Bevölkerungskreise anzubieten, insbesondere für Familien, Behinderte und Betagte», hielt Brun in seinem Bericht unter anderem fest.

Die Traktanden passierten diskussionslos. Die Jahresrechnung mit einem Gewinn von 156 000 Franken ermöglichte die Verzinsung des Genossenschaftskapitals (3,487 Millionen Franken) von 4  Prozent. Die Versammlung bestätigte den Vorstand für weitere drei Jahre. Bruno Brun (Präsident), Hanni Renggli (Vizepräsidentin), Robert Glanzmann (Finanzen), André Köchli (Sekretariat/ Administration) und Nicole Lüthy (Mitglied) führen das BGR-Schiff weiterhin.
Geehrt wurden unter anderem Gründerpräsident Emil Schnyder und Peter Ineichen, die die BGR während 18, respektive 29 Jahren führten. Als dritter Präsident darf Bruno Brun seit 2010 «die Aussaat meiner Vorgänger weiterpflegen, weiter entwickeln und auch ernten», sagte Brun. «Die weitsichtige Planung zur Schaffung von Wohnraum und eine hervorragende Finanzverwaltung legten das Fundament, damit wir heute diesen Erfolg feiern können.» Geehrt wurden auch Anton und Margrith Kuster, die seit 45 Jahren Mieter der BGR sind.
Grussworte überbrachten Gemeindepräsident Bernhard Büchler und im geselligen Unterhaltungsteil – moderiert wurde dieser von Hanni Renggli – liessen die Ex-Präsidenten Emil Schnyder wie Peter Ineichen Anekdoten aus früheren Zeiten aufleben. Präsentiert wurde auch die von André Köchli gestaltete Festschrift zum 50-jährigen Bestehen der BGR. Auch zur guten Stimmung beigetragen hat das Duo Valentino & Roberto und das a-capella-Sextett «Knows the Cuckoo» aus Willisau. Die «Weiss de Gogger» legten ihre musikalischen Eier nicht nur in die Nester des Gospels und des Jazz, sondern auch in die Wälder des Schlagers, der Strassenmusik und der Volksmusik aus aller Welt.

Rolf Willimann

Die BGR ist 1963 aus der Fusion der drei Wohnbaugenossenschaften Rothenburg (gegründet 1946), Gemeinnützige Baugenossenschaft (1958) und Wohnbaugenossenschaft Bärenmatte (1958) hervorgegangen. Sie bringen die Liegenschaften Franz-Zelger-Strasse 9, 11, 13 und 15 in die gemeinsame Zukunft mit ein. Die Häuser sind 1948 und 1959 mit Anlagekosten von 708 000 Franken entstanden. Heute zählt die BGR 18 Liegenschaften mit 155 Wohnungen, 4 Garagen, 90 Einstell- und 61 Parkplätzen. Sie vereint derzeit 202 Genossenschafter. Die Mietzinseinnahmen beliefen sich 2012 auf 2,436 Millionen Franken, die Bilanz wird mit 28,8 Millionen Franken ausgewiesen. Der Buchwert der Liegenschaften beträgt 24,185 Millionen Franken. (rowi)

Das Zentrum St. Michael ist von der Schliessung bedroht

LITTAU – Der Kirchenrat Littau ist vom Stadtrat informiert worden, dass ab 2014 keine Beiträge mehr an das Zentrum St. Michael ausgerichtet werden. Der Kirchenrat ist enttäuscht über diesen Entscheid und das Vorgehen der Stadt.

(zvg/sl) Vor ca. zwölf Jahren war der Gemeinderat von Littau auf der Suche nach einem Gemeindesaal. Die priorisierte Lösung mit einer Vergrösserung der Aula in der Kantonsschule Reussbühl scheiterte an der Forderung des Kantons. In der Folge fanden Gespräche mit der Kirchgemeinde Littau über eine Zusammenarbeit Gemeinde – Kirchgemeinde statt mit dem Ziel, aus dem Michaelshof ein Zentrum mit einem Gemeindesaal zu machen. Anstelle einer Kostenteilung wurde ein Betriebsbeitrag ausgemacht, welcher nun von der Stadt gestrichen wird.

Der Umbau des Zentrums sollte die Funktion eines Gemeindesaals übernehmen. Dieser Aspekt fand bei den städtischen Behörden keine  Berücksichtigung. Vielmehr wurde dem Kirchenrat mitgeteilt, dass das Zentrum als Pfarreizentrum anzusehen sei und Kirchenzentren finanziell nicht unterstützt werden. Die Kirchgemeinde Littau investierte dazumal 6 Millionen Franken für die Zukunft der Gemeinde und vertraute der Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat und dem Stadtrat. In den Fusionsverhandlungen wurden die Beiträge bis ins Jahr 2013 zugesichert, und es wurden auch Verhandlungen über eine weitere Zusammenarbeit in Aussicht gestellt, welche leider nie stattgefunden haben. Ebenfalls antwortete der Stadtrat auf eine Interpellation von Josef Wicki im Jahr 2010, dass der Stadtrat vorsieht, ab 2014 die städtischen Beiträge auf 100 000 Franken zu kürzen und dass damit das Zentrum nicht von einer Schliessung bedroht sei.
Im Weiteren wurde mitgeteilt, dass sich der Stadtrat bewusst ist, dass sich das Zentrum St. Michael zu einem Quartierzentrum entwickelt hat.
Tatsächlich stehen den vielen Vereinen mehrere Platzangebote zur Verfügung, um das Vereinsleben aktiv zu gestalten. Ebenfalls finden Musikgruppen, Bands, Theatervereine, Jodelclubs, Guggenmusigen, Baugenossenschaften und andere Organisationen einen geeigneten Übungs- oder Versammlungsort vor. Um solche gesellschaftlich wichtigen und zentralen Aufgaben wahrzunehmen, braucht es die Unterstützung der öffentlichen Hand. Trotz Bekenntnis zum Quartierzentrum wurde dem Kirchenrat mitgeteilt, dass der Beitrag für Quartierstützpunkte im Stadtteil Littau an den Jugendtreff gehe und das Zentrum St. Michael nicht dafür vorgesehen sei.

Der Kirchenrat hat sich in der Folge mit diesem Entscheid auseinander gesetzt und verschiedene Lösungen diskutiert und ausgearbeitet. Mit der Streichung aller Beiträge hat der Kirchenrat aber aus den gemachten Aussagen nicht gerechnet.

Zukunft Zentrum St. Michael
Entgegen den Aussagen des Stadtrates ist die Zukunft des Zentrums ungewiss. Geprüft werden neben einer Schliessung auch eine Teilschliessung, ein Verkauf, neue Betriebskonzepte oder die Zusammenarbeit mit Partnern. Die Finanzlage der Kirchengemeinde ist dabei aber begrenzt und der Kirchenrat hat die Pflicht, dass primär die pastoralen Kernaufgaben einer Pfarrei abgesichert werden können. Auf die Dauer ist es der Kirchgemeinde nicht möglich, noch mehr Gelder bereitzustellen für Aufgaben, für die aus Sicht des Kirchenrats die Stadt aufkommen müsste.

27 000 ohne kulturellen Stützpunkt
Jährlich gehen im Zentrum St. Michael ca. 27 000 Personen ein und aus. Diese würden bei einer Schliessung die Möglichkeit verlieren, Kultur zu leben oder zu geniessen.
Vereine und Musikgruppen aus der Umgebung hätten es schwer, geeignete Übungsräume zur Ausübung des Hobbys zu finden, denn es fehlen Alternativen. Da bezahlt der Stadtteil Littau einen hohen Preis – aus Sicht des Kirchenrats einen zu hohen Preis.